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Logopädie

ist ein breitgefächerter Bereich, welcher Störungen der Stimme, der Sprache und des Sprechens, bei Kindern und Erwachsenen, betrifft.

Logopädische Therapie für Kinder und Erwachsene umfasst die Bereiche:

  • Mundmotorik; sowie mundmotorisches Training in Zusammenwirkung
    mit kieferorthopädischen Maßnahmen,
  • Sprache und Sprechen,
  • Atmung und Stimme.
  • Auch zentrale Störungen wie Aphasie, Dysarthrie und Schluckstörungen, sowie
  • Therapie bei progressiven neurologischen Erkrankungen (z.B. Parkinson)
  • Schlucktherapie

Stimme

Die Stimme könnte man auch als „hörbares Antlitz“ verstehen, so viel sagt sie über einen Menschen aus, so viel Wiedererkennen ermöglicht sie. Zugleich ist sie „Spiegel der Seele“, sie drückt Gefühle und Emotionen aus. Sie jubelt vor Freude oder sie versagt und stockt, wenn es dem Menschen schlecht geht. Die Stimme hilft aber auch, schwierige Situationen zu überwinden und so die Stimmung zu erhellen: Man denke nur an die Gesänge bei schwerer Arbeit oder an die Spirituals der amerikanischen Sklaven. Die Stimme kann hier wie eine Medizin wirken. Ist umgekehrt die Stimme gestört, so trifft dies den ganzen Menschen. Störungen der Stimme können organischen Ursprungs sein oder in der Folge einer Operation auftauchen (Schilddrüse!). Meist entstehen sie aber durch Fehlgebrauch und Überlastung, oft in Verbindung mit Fehlhaltung oder Fehlatmung. Niemals kann der Stimme fundiert geholfen werden, wenn man nicht den ganzen Menschen, und auch seine Gewohnheiten, einbezieht und berücksichtigt. Menschen, die beruflich auf ihre Stimme angewiesen sind, ist eine entsprechende „Stimmbildung“ anzuraten, um eine mögliche Stimmstörung gar nicht erst entstehen zu lassen.

Lernen Sie in der Stimmtherapie bei Mosaik
sich kennen, Ihre Haltung und Ihre Atmung besser wahrzunehmen, Wechselwirkungen mit Stimme und Artikulation zu erspüren, die Stimmqualität zu steigern und die Stimme in den entscheidenden Situationen richtig einzusetzen. Das ist nicht nur gut für die Gesundheit der Stimme, sondern steigert auch die Wirkung von Stimme und Rede auf "das Publikum". Die gute Stimme kommt besser an und: was für die Stimme gut ist, fördert auch die "Dramaturgie" einer Rede. Und wer zufrieden mit der eigenen Stimme ist oder gar Spaß daran hat, kräftigt damit Leib und Seele. Hinweis auf die Heilmittelrichtlinien: Bei den Störungen der Stimme handelt es sich um die Diagnosegruppen "ST".

Notenpult

Eine Form der Stimmveredelung ist das Singen.

Sprache

Die Sprache ist wesentlicher Bestandteil des „Mensch-Seins“. Basis der Kommunikation und des sozialen Zusammenhalts. Störungen von Sprachfunktionen grenzen aus und belasten sehr. Störungen der Sprache finden sich in vielfältiger Ausprägung. Dabei muss auch unterschieden werden zwischen „Sprache“ und ihrer hörbaren Umsetzung, dem „Sprechen“.

Münder

Gesprochen wird zwar durch den Mund,
doch die SPRACHE und die PLANUNG des Sprechens entsteht im Gehirn.

Schlucken

Schlucken ist eine Basisfunktion, die die Ernährung und somit das Leben sichert. Schlucken und Sprechen werden durch die „Artikulationsorgane“ (Kiefer, Lippen, Wangen, Zunge) ermöglicht. Störungen der Schluckfunktion wirken nicht weniger, ja eher mehr belastend und ausgrenzend aus dem Alltag als die des Sprechens, zumal bei einer Schluckstörung oft auch eine Störung des Sprechens besteht. Wenn das Schlucken gestört ist, spricht man von Dysphagie.

Styroporkopf

Wenn Essen und trinken schwierig wird.

Patienten mit sehr schweren Dysphagien sind auch häufig mit Trachealkanülen versorgt.
Dies sind in die Luftröhre eingeführte Kanülen, die ausreichende Atmung gewährleisten und die tieferen Atemwege schützen. Das Trachealkanülenmanagement ist Aufgabe des speziell geschulten logopädischen Fachpersonals unserer Praxis.
Hinweis auf die Heilmittelrichtlinien: Beim Schluckstörungen handelt es sich um die Diagnosegruppen "SC".

Störungen der Sprache und des Sprechens

Sprache und Sprechen sind dann gestört, wenn die Verständnis- und Mitteilungsfähigkeit vermindert ist
bis hin zu „Sprachlosigkeit“. Das kann damit zusammenhängen, dass der organische Ablauf der gesprochenen Sprache oder deren Fließen und Melodie ins Stocken geraten sind.
Dies ist der Fall bei:

  1. Artikulationsstörungen mit Fehlbildungen von Einzellauten,etwa wenn beim „s“ die Zunge zwischen die Zähne stößt (Dyslalie)
  2. grammatischen Störungen (Dysgrammatismus)
  3. Störungen im Redefluss (Stottern, Poltern)
  4. Störungen des Klangs
    (Näseln bzw. Rhinophonie)
  5. Kommunikationsproblemen bis zur Verweigerung von Sprache (Autismus, Mutismus)
  6. Einschränkungen in der Planung und Ausführung von Sprache und Sprechen
    (z.B. nach Schlaganfall, Aphasie, Dysarthrie)
  7. Dyslalie (1) und Dysgrammatismus (2) sind dabei Hauptmerkmale einer Sprachentwicklungsstörung (SES), welche das Kindesalter betrifft. Hinzu kommt hier die Verfügbarkeit eines aktiven (Sprechen) und passiven (Verstehen) Wortschatzes. Auch bei der Aphasie (6) können Sprache, Wortschatz und Sprachverstehen beeinträchtigt sein, zudem kann das Gesagte, wie auch bei der Dysarthrie (6), unflüssig wirken. Die Ursachen sind hier hirnorganischer Natur (Schlaganfall, Demenz, Parkinson, Tumor, ....). Es sind überwiegend Erwachsene betroffen. Die übrigen Bereiche (3 bis 5) kommen bei Kindern und Erwachsenen vor.

    Weiterhin zu nennen:
  8. Myofunktionelle Störung (orofaciale Störung)
  9. Einen ganz besonderer Bereich stellt die logopädische Versorgung bei
    Cochlea-Implantat dar.
  10. Therapeutischer Einsatz der Gebärdensprache.

    Hinweis auf die Heilmittelrichtlinien: Bei den Störungen der Sprache handelt es sich um die Diagnosegruppen "SP".
Handpuppe Mund

Auch Zähne spielen eine Rolle beim Artikulieren.

Kind dringend

Nicht immer muss man´s aussprechen.

Styroporkopf

Gestörte Wunderwelt?

Störungen der Stimme / Stimmstörungen

Eingeschränkte stimmliche Belastbarkeit, anhaltende Heiserkeit, Missempfinden im Kehlbereich
und ein veränderter Stimmklang können Anzeichen einer Stimmstörung (Dysphonie) sein.
Unterschieden werden hierbei folgende Ursachen:

  • Funktionelle Stimmstörungen: Störung der Kehlkopffunktion ohne organische Veränderung aufgrund übermäßiger stimmlicher Beanspruchung, gewohnheitsbedingt oder aufgrund psychischer Faktoren.
  • Organisch bedingte Stimmstörungen: Die Stimmerkrankung basiert auf einer organischen Veränderung des Kehlkopfes durch Entzündungen, Tumore oder Stimmlippenlähmungen.


Stimmtherapie
Die Beschäftigung mit der eigenen Stimme sollte im Idealfall nicht davon abhängig sein, dass ein Arzt Logopädie verordnet. Wichtig ist die "Prophylaxe". Das ist wie bei der allgemeinen Körperhygiene, die am Morgen beginnt. So geht es auch mit der Stimme.
Darum beachte jede und jeder die "Stimmhygiene"

Ein Grundsatz für (Stimm)Übungen (etwa "Hausaufgaben" aus der Therapie): Lieber weniger oft, kürzer in der
Zeit, und ordentlich ausgeführt als lang ausgedehnt und/oder schnell, aber oberflächlich. Die Qualität einer Übung ist entscheidend, und dass man sie nicht wie ein lästiges "Muss" abhakt, sondern dass man sie

"erlebt" und für sich gewinnt.


Basis für das Vokaltönen

Hinweis: Die Stimmtherapie bei „Recurrensparesen“ (Lähmung des Stimmnervs, z.B. nach Schilddrüsen-OP) und bei organischen Störungen unterscheidet sich natürlich von der reinen Therapie der Stimmfunktion (bei der „funktionellen Dysphonie“). Besonders nach einer Entfernung des Kehlkopfes (Laryngektomie) gelten andere Prämissen. Die Stimmrehabilitation wird durch die Anbahnung einer Speiseröhrenstimme („Rülpsstimme“) und unter Verwendung elektronischer Sprechhilfen ermöglicht.

Sprachentwicklungsstörung

Hinsichtlich der Sprache und des Sprechens braucht man (wie auch generell) keine "Normhysterie" zu entwickeln. Aber einige Richtwerte sollten beachtet werden, wenn es um die gesunde sprachliche Entwicklung des Kindes geht. Die folgende Liste zeigt Faktoren für eine gute Sprachentwicklung. Fehlen einige, so muss das nicht schlimm sein, denn vieles lässt sich aufholen, gerade bei Kindern. Man sollte aber achtgeben. Eine Störung der Sprachentwicklung ist umso mehr gegeben, je mehr Anzeichen dafür vorhanden sind. Im Zweifelsfall sollte die Fachperson aufgesucht werden.


Stets gilt: Beachte das Hörvermögen!
Liegt eine Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) vor?


Zur Orientierung hier die „normale“ Sprachentwicklung:

  • Ende des ersten Lebensjahres: mit dem Löffel essen, einfache Silben plappern (dada)
  • Ende des zweiten Lebensjahres: Festes Kauen, Namen, einfache Wörter, Wortschatz größer als 50 Wörter, erste Zweiwortsätze, Äußern von Wünschen
  • Ende des dritten Lebensjahres: Tätigkeitswörter, Für- und Geschlechtswörter, Ich und Du, grammatisch noch inkorrekte Sätze, Fragen, Bilder beschreiben
  • Ende des vierten Lebensjahres: Mehrzahl und teilweise vergangenheitsform, einfache Haupt- und Nebensätze, Zusammenhänge und Geschehen im Bilderbuch erfassen und aussprechen
  • Ende des fünften Lebensjahres: alle Laute inclusive s und sch, Sätze, Farben benennen

Spiel und Rollenspiel fördern Sprache.

Sprache besitzt eine komplexe Ordnung, die doch organisch gelernt wird.

Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS)

Der Begriff auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung beschreibt eine Einschränkung der Hörwahrnehmung ohne eine vorliegende organische Beeinträchtigung des Ohrs. Das heißt: Während der akustische Hörtest ohne Befund bleibt, so ist doch die Verarbeitung von akustischen Reizen (Geräusche, Sprache etc) im Gehirn nicht regelrecht.
Die Sprachentwicklung bei Kindern kann durch Probleme bei der Hörverarbeitung beeinflusst werden, mit undeutlicher Aussprache, Problemen bei der Grammatik oder mit dem Redefluss in der Folge.

Musikinstrumente

Geräusche und Klänge sind das hörbare Antlitz
der Welt.

Artikulationsstörung / Aussprachestörung „phonetischer“
oder „phonologischer“ Natur:

Phonetisch: Der Laut kann nicht korrekt ausgesprochen werden (das „s“ wird z.B. zwischen den Zähnen gebildet). Ursachen sind motorische oder muskuläre Defizite. Erste Anzeichen können sich schon im Säuglingsalter bemerkbar machen. Das Saug- und Schluckverhalten, die Fähigkeit des Kauens, besondere Essgewohnheiten und Angewohnheiten des Nuckelns oder Lutschens sind von Bedeutung.

Phonologisch: Hier gibt es Verkürzungen (Nane statt Banane), Auslassungen (Apfe statt Apfel) und Ersetzungen (Tette statt Kette, Darten statt Garten). Die Sprachlaute können motorisch isoliert gebildet werden, werden jedoch z.B. an der falschen Stelle im Wort eingesetzt.

Myofunktionelle Störung (orofaciale Störung)

Myofunktionelle Störungen sind muskuläre Schwächen oder Koordinationsstörungen der am Sprechen und Schlucken beteiligten Artikulationsorgane (Lippen, Kiefer und Zunge). In Folge dieser Defizite können Artikulationsstörungen auftreten (z.B. „lispeln“)

Hinweise auf eine spätere mögliche Problematik finden sich oft schon im Säuglings- oder Kleinkindalter beim Saug-, Schluck- und Trinkverhalten. (z.B. bei intensivem und langem Nuckelverhalten.)

Auch für kieferorthopädische Maßnahmen (Spangenversorgung) kann eine begleitende oder vorbereitende logopädische Therapie sinnvoll sein. Symptome sind meist: Missverständnisse bei verbalen (gesprochenen) Aufforderungen, verzögerte Reaktion auf auditive oder verbale Stimuli, eingeschränktes auditives Gedächtnis (Hör-Merk-Spanne), Schwierigkeiten im Sprachverständnis und des Hörens im Störgeräusch, u.a.

Rhinophonie

ist eine Klangstörung, im Volksmund „Näseln“ genannt.

Beim offenen Näseln (Rhinophonia aperta) schließt das Gaumensegel Nasen- und Mundraum nicht genügend ab und es schließt entweicht beim Sprechen zu viel Luft durch die Nase. Dadurch entsteht ein nasaler Klang und „orale“ Laute, bei denen die Luft durch den Mund strömen muss (s, sch, ch, f, w, j, z) bzw. zur „Sprengung“ benötigt wird („Plosive“: b, p, d, t, g, k ) können nicht richtig gebildet werden. Dies ist oft bei Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten (1) der Fall.
Beim geschlossenen Näseln (Rhinophinia clausa) ist es umgekehrt. Es gelangt zu wenig Luft durch die Nase. Der Klang ist „verschnupft“ und die „nasalen“ Laute (m,n,ng) funktionieren nicht richtig.

(1) Bei den LKG-Spalten handelt es sich um eine Gruppe angeborener Fehlbildungen. Ihnen ist gemeinsam, dass sich in der Embryonalentwicklung Teile der Mundpartie nicht richtig entwickelt haben. Die LKG-Spalten können einzeln auftreten (Lippen-Spalten, Kiefer-Spalten, Gaumen-Spalten) oder in verschiedenen Kombinationen.

Es gibt unterschiedliche Angaben zu Ursachen der LKG-Spalten. Häufig ist es allerdings eine Mischung aus erblichen und äußeren Faktoren (multifaktorielle Ursachen).

Je nach Ausprägung der Erkrankung kann durch operative Eingriffe in Zusammenarbeit mit Kieferärzten, HNO-Ärzten, Pädaudiologen, Pädiatern, Logopäden und noch vielen mehr, eine Verbesserung der Symptomatik erreicht werden.

Stottern, Poltern bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsene

Stottern ist eine Störung des Redeflusses. Hierbei kommt es zu Unterbrechungen des Sprechablaufs,
wie z.B. durch Wiederholungen von Lauten oder Silben („Be-be-besteck“), Dehnungen („Ssssonne“) oder Blockaden („K…käse“).

Das Stottern geht oft einher mit Vermeideverhalten (Vermeidung von bestimmten Lauten, Wörtern, Situationen), vermehrter Anspannung von Gesichts- oder Körpermuskulatur oder weiteren Begleitsymptomen (z.B. Grimassieren).

Poltern ist ebenfalls eine Störung des Redeflusses. Auffällig hierbei sind die zu schnelle Sprechweise sowie eine undeutliche Artikulation.

Hinweis auf die Heilmittelrichtlinien: Hier handelt es sich um die Diagnosegruppen "RE"

Autismus, Mutismus

Autismus ist gekennzeichnet von Problemen der sozialen Interaktion und Kommunikation (Blickkontakt, mit anderen reden …) sowie von stereotypen Verhaltensmustern. Freilich gibt es individuell gewaltige Unterschiede, und Abgrenzungen einzelner Störungsbilder sind oft kaum möglich. Daher spricht man insgesamt von einem Autismusspektrum oder den Autismusspektrum-Störungen (ASS) Dabei können trotzdem einige Formen unterschieden werden:

Frühkindlicher Autismus (Kanner-Syndrom): Wahrnehmung, Bewegung und Verhalten betroffen, (Sprach-)Entwicklungseinschränkungen, teilweise geistige Behinderung.

Asperger-Syndrom: ebenso Schwächen bei sozialer Interaktion und Kommunikation. Probleme im Erkennen und Senden nichtsprachlicher Signale, dadurch ungeschickt oder wunderlich wirkend. Intelligenz normal, teilweise Hoch- oder Inselbegabungen. Erst ab dem 4. Lebensjahr bemerkbar.

Der atypische Autismus ist Ausdruck des komplexen Gesamtbildes, denn hier mischen sich „atypische“ mit „typischen“ Merkmalen.

Mutismus (lat. mutus „stumm“) ist sozusagen „psychogenes Schweigen“; eine seltene Störung der Kommunikation, obwohl Sprechorgane und Hören intakt sind. Sozialer kommunikativer Kontakt ist nicht möglich, Betroffene müssen sich zurückziehen, Aufforderung zu reden verstärkt dies (Sozialphobie).
Bei Erwachsenen können Depressionen hinzukommen.

Die Therapie muss ganzheitlich und interdisziplinär ansetzen.

Aus der Vielzahl an logopädischen Störungsbildern seien noch die neurologischen genannt, wie sie etwa nach Schlaganfall auftreten. Oft ist die Sprache dann undeutlich (Dysarthrie) oder das Formulieren und Verstehen von Sprache gelingt nur noch in vermindertem Umfang (Aphasie), in schweren Fällen gar nicht mehr. Auch hier setzt die Logopädie an. Besonders wichtig ist es in diesen Fällen, dass die logopädische Hilfe so bald wie möglich beginnt.

Aphasie

Eine Aphasie (griechisch = „Sprachlosigkeit“) kann hervorgerufen werden durch Schlaganfall, Hirntumore, Erkrankungen und Verletzungen des Gehirns, meist auf der linken Seite des Gehirns, wo das Sprachzentrum sitzt.

So können sich folgende Symptome zeigen: Störung der Wortfindung, des Sprechens, des Lesens, des Schreibens, der Artikulation, des Satzbaus und des Sprachverständnisses.

Bei der schwersten Form, der globalen Aphasie gibt es kaum Sprachproduktion und wenig Sprachverstehen. Die Broca-Aphasie (motorische Aphasie) äußert sich in verlangsamtem, stockendem Sprechen, in kurzen Telegrammsätzen und großer Sprechanstrengung. Bei der Wernicke-Aphasie (sensorische Aphasie) wirkt die Spontansprache flüssig. Der ungehemmte Redefluss ist aber schwer verständlich wegen Unschlüssigkeiten in der Rede, Wortverwechslungen und Wortneubildungen. Es gibt auch große Probleme beim Verstehen von Sprache. Die leichteste Form ist die Amnestische Aphasie, gekennzeichnet durch Wortfindungsstörungen und inhaltsleere Redefloskeln bei allgemein erhaltener Verständlichkeit.

Ziele der Aphasie-Therapie sind, sprachliche Fähigkeiten bis zur Normalisierung oder zum Erreichen einer adäquaten Kommunikationsfähigkeit zu verbessern; falls nötig, nonverbale Kommunikationsmöglichkeiten zu schaffen, zum Beispiel über Sprachcomputer oder andere technische Kommunikationshilfen.

Dysarthrie

kann ähnliche Ursachen haben wir die Aphasie. Hier sind jedoch Steuerung und die Ausführung der Sprechbewegungen gestört. Sprache kann nicht „so wie gedacht“ wiedergegeben werden. Artikulation mit Lautbildung, Sprechmelodie (Prosodie), Sprechrhythmus, Stimme und Atmung sind betroffen. Streng genommen greift hier der „erweiterte“ Begriff „Dysarthrophonie.

Zwar sind Sprachverständnis und -Produktion bei Dysarthrien unbeeinträchtigt, aber es kann, etwa nach einem Schlaganfall, zugleich eine Aphasie auftreten. Dann ist eine umfassende Sprach- und Sprechstörung gegeben.

Häufig sind Aphasie und Dysarthr(ophon)ie mit einer Sprechapraxie gekoppelt. Hierbei ist die Planung der Sprechbewegungen betroffen.

Dysphagie

Eine Dysphagie oder Schluckstörung tritt auf, wenn eine oder mehr der am Schluckakt beteiligten Strukturen in ihrer Funktion beeinträchtigt sind bzw. wenn deren komplexes Zusammenspiel nicht richtig funktioniert.

Die Dysphagie kann von körperlichen (bspw. nach Krebserkrankungen, Schlaganfällen oder auch bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen) bis hin zu psychischen Erkrankungen viele Ursachen haben.

Häufige Symptome sind: Druck- und Kloßgefühl im Hals, Hochwürgen bereits geschluckter Nahrung, Husten (während der Mahlzeit ein Zeichen von Eindringen der Nahrung in die oberen Atemwege, vor dem Schlucken), Aspiration (Eindringen von Nahrung oder Flüssigkeiten in die unteren Atemwege).


Trachealkanülenmanagement

Bei einer schweren Dysphagie kann zur Vermeidung einer Aspirationspneumonie (Lungenentzündung durch in die Lunge eingedrungenes Fremdmaterial) eine Trachealkanüle in die Luftröhre eingesetzt werden. Auch (u.a.) bei komatösen Zuständen ist dies möglich.

Trachealkanülen haben die Aufgabe, eine ausreichende Atmung zu gewährleisten und die tieferen Atemwege vor Aspiriertem zu schützen. Zudem kann Sekret durch die Kanüle abgesaugt werden. Bei hochgradig aspirationsgefährdeten Patienten ist die Versorgung mit einer (blockbaren) Trachealkanüle (TK) eine lebensnotwendige Maßnahme.

Zum Trachealkanülenmanagement (das nur von speziell ausgebildetem Personal durchgeführt werden kann) gehören nach Auswahl der richtigen Kanüle die tägliche Überwachung, Versorgung und Pflege mit all ihren differenzierten Notwendigkeiten. Absaugen von Sekret erfolgt nach der Prämisse „so oft wie nötig, so selten wie möglich“.

Hinzu kommen die speziellen logopädischen Therapieziele wie die Wiederherstellung der Sensibilität im Mundraum und von Schutzmechanismen wie Würg-, Husten- und Schluckreflex, sowie sicheres Abschlucken. Im Idealfall soll die Notwendigkeit der (blockbaren) Kanüle wieder wegfallen.

Dies zu erreichen, kommen unter anderem motorische Übungen, Massagen, thermische Stimulation, atemtherapeutische Elemente, gustatorische und olfaktorische Reize durch in Geschmackslösungen getränkte Wattestäbchen zum Einsatz. Weiter das Setzen taktiler Reize, die Anregung der Kaubewegungen des Kiefers mittels Kausäckchen (darin Speisen unterschiedlicher Konsistenz).

Kompetenz und Erfahrung sind hier besonders wichtig: Wir führen fundiertes Trachealkanülenmanagement und Therapie schwerer Dysphagien seit Jahren in einer Einrichtung durch.

(Link Referenzen Intensiv-Pflege-Klinik Schwaig).

Das Cochlea-Implantat

ist eine Innenohrprothese, welche bei Taubheit oder extremer Schwerhörigkeit Anwendung finden kann. Durch Umwandlung des Schalls in elektrische Impulse wird das Hören von Sprache, Geräuschen oder gar von Tönen wieder möglich. Freilich ist dies nicht sofort nach dem Einsetzen gegeben, sondern es bedarf einer längeren Zeit des „Trainings“.
Hier muss das Gehirn Hören lernen: zuerst Alltagsgeräusche, dann immer Differenzierteres,
bis hin zur Sprache, vielleicht sogar zum Hören von Musik. Dabei hilft die Logopädie.

Musikinstrumente

Geräusche und Klänge sind das hörbare Antlitz
der Welt.